Das hochsensible Kind

Reagiert Ihr Kind ängstlich auf laute Geräusche, unbekannte Menschen oder Änderungen im Tagesablauf? Stören Ihr Kind die unerträglich kratzenden Etiketten in der Kleidung oder reagiert es stark beeindruckt auf Musik oder die Natur?

 

Dann könnte Ihr Kind hochsensibel sein.

 

15 bis 20 Prozent aller Kinder sind auf diese besondere Art und Weise empfindsam – und oftmals sind es gerade die klugen, kreativen Kinder. Bei manchen führt die gesteigerte Sensibilität aber auch zu Schüchternheit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Spätestens mit Beginn der Schulzeit kommt es daher oft zu Schwierigkeiten, weil diese Kinder beispielsweise

  • genauer und länger beobachten;
  • Informationen sehr gründlich verarbeiten;
  • tiefer und gründlicher nachdenken, bevor sie etwas angehen oder entscheiden;
  • weniger entscheidungsfreudig sind, (eben weil sie so vieles berücksichtigen müssen);
  • schneller übererregt sein;
  • sowohl Schmerz, als auch Freude intensiver als andere Kinder erleben.

Für Eltern ist der Umgang hochsensiblen Kindern fast immer eine Herausforderung, mitunter auch eine Überforderung. Damit Ihr Kind seine Gabe nicht als Last, sondern als Bereicherung empfindet, ist der richtige Umgang durch die Eltern von großer Bedeutung.


Test "Ist mein Kind hochsensibel?"

Vorweg: Es gibt zum Themenkomplex HSP keine einhundertprozentig zuverlässigen Tests nach wissenschaftlich anerkannten Standards. Die folgenden Fragen dienen daher lediglich zu einer Einschätzung Ihres Kindes und zeigen typische Merkmale hochsensibler Kinder auf. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und machen Sie eine Strichliste - mit einem Strich für jede Frage, die Sie mit "Ja" beantworten können.

 

1) Reagiert ihr Kind ängstlich oder gestresst auf laute Geräusche?

 

2) Neigt Ihr Kind zu körperlichen Empfindlichkeiten (unerträglich kratzende Etiketten in der Kleidung, juckende Haare nach Friseurbesuch, drückende Schuhe)?

 

3) Ist Ihr Kind generell eher schreckhaft?

 

4) Kann Ihr Kind schlecht mit Stress umgehen?

 

5) Hat Ihr einen großen Bedarf an körperlicher Nähe zu Ihnen und ggfs. weiteren Bezugspersonen?

 

6) Verspürt es dagegen Unwohlsein bei körperlicher Nähe zu anderen Menschen als den Bezugspersonen?

 

7) Hat Ihr Kind einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit?

 

8) Ist Ihr Kind besonders kreativ und verfügt über eine starke, bildhafte Fantasie?

 

9) Ist Ihr Kind schnell müde oder erschöpft, wenn zu viele Eindrücke auf es einwirken?

 

10) Ist Ihr Kind beim Essen mäkelig und/oder wählerisch?

 

11) Zieht sich Ihr Kind zurück (z.B. in der Kita oder der Schule?

 

12) Klagt Ihr Kind über die Lautstärke in der Kita oder Schule?

 

13) Neigt Ihr Kind zu altersuntypischen, sehr komplexen Gedankengängen?

 

14) Verfügt Ihr Kind über ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Harmonie?

 

15) Hat Ihr Kind gar keine oder nur sehr wenige Freunde (erlebt diese Freundschaften dann aber möglicherweise besonders intensiv)?

 

16) Gibt es Probleme bei Frisör- oder Zahnarztterminen (Weinen, Angst)?

 

17) Nimmt Ihr Kind auch kleine Details gut wahr?

 

18) Hat Ihr Kind ein ausgeprägtes Hunger- und Durstgefühl, das dann sofort gestillt werden muss?

 

19) Neigt Ihr Kind zu schnellen Stimmungswechseln?

 

20) Beobachtet und durchdenkt Ihr Kind erst neue Dinge oder Situationen, bevor es sie selbst aktiv ausprobiert?

 

21) Äußert Ihr Kind den Wunsch nach klaren Regeln und pocht auf deren Einhaltung?

 

22) Versucht Ihr Kind Dinge richtig zu machen? Ist es (besonders sich selbst gegenüber) perfektionistisch?

 

23) Beschäftigt sich Ihr Kind mit altersuntypischen Fragen (z.B. über Leben, Tod, Natur)?

 

24) Reagiert Ihr Kind stark auf äußere Eindrücke (Musik, Natur, Bilder)?

 

25) Braucht Ihr Kind deutlich mehr Sicherheit und Geborgenheit als Gleichaltrige?

 

26) Hat Ihr Kind Ein- und Durchschlafschwierigkeiten?

 

27) Spürt Ihr Kind sehr stark die Stimmungen seiner Mitmenschen?

 

28) Wird Ihr Kind schnell nervös oder erschöpft?

 

29) Zieht es sich in solchen Fällen zurück, oder wird es aggressiv?

 

30) Reagiert Ihr Kind unruhig auf Geschwindigkeit (z.B. Übelkeit beim Autofahren) und beruhigt sich andererseits bei langsamen, gleichmäßigen Bewegungen (z.B. Schaukeln)

 

31) Formuliert Ihr Kind außergewöhnliche Sätze? Hat es ein ausgeprägtes Wortgefühl?

 

Haben Sie mehr als fünfzehnmal mit "Ja" geantwortet? Dann ist Ihr Kind mit vermutlich hochsensibel. Je öfter Sie mit "Ja" geantwortet haben, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit der Hochsensibilität.