Raus aus der Grübelfalle

Ein häufiger Grund für das Gefühl von Abgeschlagenheit und Müdigkeit ist, dass viele Menschen sehr viel -besser gesagt: zu viel- grübeln. Dabei berichten sie häufig davon, dass ihre Gedanken quasi außer Kontrolle sind und sich nicht stoppen lassen.

 

Solche pausenlos kreisenden Gedanken verursachen eine innere Unruhe, führen mitunter zu Schlafstörungen und setzen die Betroffenen häufig stark unter Druck. Im schlimmsten Fall verselbständigen sich diese Gedanken zu einer Art Spirale, die tiefer und tiefer in unangenehme Stimmungen und Angstzustände führt.

 

Statt dieses Grübeln als Bedrohung wahrzunehmen, bietet es sich an, zu solchen Gedanken eine Distanz herzustellen. Gerade wenn unangenehme Gedanken scheinbar unkontrolliert durch den Kopf strömen hilft es sich laut zu sagen: "Ich nehme nicht alles so ernst was ich denke."

 

Oder auch: "Ich glaube nicht alles, was ich denke!"

 

Oft hilft es auch, diese Grübelgedanken zu visualisieren. Wenn man sich beispielsweise vorstellt, dass diese Gedanken Wolken sind, die am Himmel vorbei ziehen. - sie kommen und sie gehen wieder. Aber diese Wolken ergreifen nie Besitz von einem, denn wir stehen hier, auf der Erde. Ganz fest mit beiden Beinen auf dem Boden.

 

Diese Visualisierung schafft die nötige Distanz, um zu verhindern, dass durch das ständige Grübeln negative Gefühle wie Enttäuschung, Ärger, Angst oder Wut ausgelöst, verstärkt und dauerhaft manifestiert werden.

 

Je öfter man das praktiziert, wenn man merkt dass man wieder unbeabsichtigt zu grübeln beginnt, umso wirkungsvoller wird diese Visualisierung. Die dunklen Gedanken verlieren ihre Kraft und Stärke, sie werden quasi als Denk-Angebote wahrgenommen aber nicht mehr als unverrückbare Wirklichkeit.

 

Da unser Unterbewusstsein sehr schnell bestimmte Muster erzeugt, ist es wichtig, diese zu unterbrechen, bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen, wenn es sich um unangenehme und unerwünschte Situationen handelt. Wer beispielsweise öfter abends im Bett grübelt, der wird feststellen, dass ein gewisser Automatismus entsteht.

 

Das Unterbewusstsein erlernt das Muster: Bett = Grübeln.

 

Und so werden die Betroffenen Abend für Abend am Einschlafen gehindert. Das kann man nur verhindern, indem man sofort wieder aufsteht, wenn man merkt dass man zu grübeln beginnt. 

 

Wer also dazu neigt, im Bett zu grübeln sollte sofort aufstehen, in ein anderes Zimmer gehen und sich für einen Moment ablenken. Verstärken kann man den Lerneffekt für das Unterbewusstsein, wenn man sich mit einer Aufgabe ablenkt, die man nicht gerne erledigt.

 

Das Unterbewusstsein lernt in diesem Fall ein neues Muster: Grübeln im Bett = noch einmal aufstehen = etwas Unangenehmes erledigen.

 

Das Bett soll ein Ort der Ruhe und Erholung sein. Schlaf ist kostbar und wir brauchen ihn zur Regeneration.

 

(C) 2018 | Text: Arne Salig | Foto: kellepics / Pixabay